Renate Lindemann Musikdozentin

 

 

Die Blockflöte

(Originaltext: Renate Lindemann)


Die Blockflöte ist ein Blasinstrument, das auf allen Kontinenten der Erde bekannt ist. Sie zählte schon vor Jahrhunderten zu den „heiligen Musikinstrumenten.


Natürlich wurde die Blockflöte in den Anfängen nicht so gebaut wie wir sie heute kennen. Als die Menschen noch keine Metallwerkzeuge kannten, sammelten sie Tierknochen, holten das Mark heraus und bohrten mit einem Steinwerkzeug ein Loch hinein. So entstand die Knochenpfeife.


Später wurden die verschiedensten Pfeifen aus den unterschiedlichsten Materialien hergestellt. Dur Vergrößerung des Tonumfangs entwickelten sich flötenartige Instrumente, unter denen schliesslich zwei wesentliche Typen hervortragen: die quer gehaltene Flöte als Vorläuferin der heutigen Querflöte und die senkrecht nach unten gehaltene Flöte mit einem Mundstück, woraus später die Blockflöte entstand.


Das 16. Und 17. Jahrhundert war gewissermaßen die Glanzzeit der Blockflöte. Aus dieser Zeit stammen die schönsten Musikstücke für dieses Instrument. Die meisten dieser Stücke zählen zur Spiel-, Tafel- und Tanzmusik. Dabei handelte es sich also um Musik für gesellige Anlässe, Musik, die – wenn auch nicht ausschliesslich – Spaß machen sollte.


In der Barockzeit verwendete man die Blockflöte in bis zu neun verschiedenen Größen. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie durch die Querflöte verdrängt und geriet fast in Vergessenheit. Dann wieder, ab etwa 1920, gewann die Blockflöte bei uns in Deutschland neue Bedeutung, vor allem in der Haus- und Volksmusik.


Inzwischen wird die Blockflöte meistens noch in sechs Größen gebaut. Am bekanntesten sind: Sopran-, Alt-, Tenor- und Baßflöte. Jede dieser Flöten entspricht im Tonumfang der menschlichen Stimme in der jeweiligen Stimmlage.


Die Blockflöte ist nicht nur ein Soloinstrument, sondern sie fügt sich auch in die unterschiedlichsten Besetzungen ein. Selbst im Zusammenspiel mit der Pfeifenorgel verliert die Blockflöte nicht an ihrer klanglichen Dominanz – vorausgesetzt, die Orgel ist passend registriert.


Typische Begleitinstrumente für die Blockflöte in der Barockmusik waren das Cembalo und die Gambe, an deren Stelle heute meistens das Cello verwendet wird. Der zierliche Klang des Cembalos harmoniert hervorragend mit den frischen Tönen der Blockflöte.


Die klangliche Vereinigung dieser drei Instrumente besitzt eine musikalische Ausdruckskraft, von der man sich schnell verzaubern lässt.

 

 

Renate Lindemann, Musikverlag und Vertrieb | info@renate-lindemann.de